Meine erste Yogastunde

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Ein Erfahrungsbericht

Am 03.02.2019 war es soweit, Franzi nahm mich mit zum Yogazentrum in Buxtehude, zu meiner aller ersten Yogastunde. Schon länger interessierte ich mich für Yoga. Zum Einen, da Franzi immer sehr begeistert berichtete, aber auch weil ich bereits viel darüber gelesen habe. Es soll besonders für den Reitsport ein optimaler Ergänzungssport sein. Alles was mich in meinem liebsten Hobby, dem Reiten, fördert und es somit auch meinem Pferd leichter macht, zieht mich schnell in seinen Bann. So kam es also auch im Bezug auf Yoga. Als Franzi mir dann erzählte, dass es im Juni diesen Jahres im Yogazentrum einen Kurs speziell für Reiter geben würde, war meine Neugierde geweckt. Daran wollte ich schon gerne einmal teilnehmen. Nun lagen meine Zweifel jedoch darin, gleich einen ganzen Kurs zu buchen. Ich konnte ja noch gar nicht abschätzen, ob dieser Sport wirklich etwas für mich ist? Glücklicherweise bekam ich die Möglichkeit, im Yogazentrum an einer Probestunde Hatha Yoga bei Sven Schneider teilnehmen zu können.  

Woher kommt der Begriff Yoga?

Yoga ist eine philosophische Lehre und stammt aus Indien. Yoga verbindet eine Reihe an geistigen und körperlichen Übungen.

Was ist Hatha Yoga?

Hatha Yoga ist ein klassischer Yogastil und hat als Ziel, das Gleichgewicht von Körper und Geist herzustellen. Um dies zu erreichen, kombiniert Hatha Yoga die Wirkung von Übungen für den Körper, Asanas genannt, mit Meditation und Atemübungen, Pranayama genannt.  

Wie viel kcal verbrennt man beim Yoga?

In 1,5 Stunden habe ich in etwa 231 Kalorien verbrannt. Das Ganze ist natürlich von Körper zu Kröper unterschiedlich. Generell würde ich sagen, dass Hatha Yoga zum gezielten Abnehmen allein nicht geeignet ist. Laut meiner Recherche sagt man, das Ashtanga Yoga intensiver sein soll als Hatha Yoga. Jedoch liegt beim Yoga der Fokus generell eher auf den Atemübungen, der An- und dadurch Entspannung sowie der Meditation.  

Persönliche Erfahrung – Hatha Yoga  

Nach anfänglicher Skepsis, ob Yoga nun wirklich für mich und meinen “Körperklaus” geeignet ist, wurde ich nun doch schnell eines Besseren belehrt. Wir wurden sehr freundlich im Yogazentrum Buxtehude von Sven, dem Leiter der Yogaschule, empfangen. Er nahm sich ganz viel Zeit und erklärte mir als Erstes die Räumlichkeiten.

Von links nach rechts: Liv Dammann, Sven Schneider und Franziska Noak

Nachdem unsere Sachen in der Garderobe verstaut waren, ging es in den Kursraum. Dieser hat eine schöne Atmosphäre, er ist hell und größzügig geschnitten, an der Wand hängt ein großer Spiegel und alle benötigten Materialen wie Yogamatten, Decken und Kissen stehen zur Verfügung. Anfänglich war ich etwas verwirrt, wozu Kissen und Decken dienen sollten. Das klärte sich jedoch schnell innerhalb der Stunde und spätestens bei der Meditation war dann alles klar. Nachdem wir uns ein Plätzchen im Raum gesucht hatten, erläuterte mir Sven, dass es sich bei der Stunde um Hatha Yoga handelt und wie der genaue Ablauf sein würde. Von der Aufwärmphase, über die Übungen für Geist und Körper bis hin zur abschließenden Meditation. Nachdem ich wusste, was grob auf mich zukommen würde, viel schon ein Teil meiner Anspannung von mir ab und wir starteten in das Training.  

Während der Stunde

Ich möchte hier gar nicht auf die einzelnen Übungen eingehen, denn die kann sich jeder schnell im Internet ansehen. Für alle, die es dann doch noch mehr interessiert, empfehle ich einfach, selbst einmal an einer Probestunde teilzunehmen. Hier möchte ich jetzt berichten, was mir besonders in der Stunde aufgefallen ist, oder mich sogar überrascht hat.

Als erstes waren da die Augen. Sven hat mir empfohlen, natürlich im Rahmen meiner Möglichkeit, meine Augen während der Stunde so gut es geht geschlossen zu halten. Erst skeptisch gelang es mir dann doch sehr gut die Augen zuzumachen und mich auf das Yoga einzulassen. Dadurch, dass die Augen zu sind, war ich viel mehr bei mir und meinem Körper. So konnte ich alle Einflüsse von außen an mir abprallen lassen. Auch meine Gedanken kamen zur Ruhe und kreisten nicht ständig um die 1.000.000 Dinge, die mir ansonsten so nebenbei durch den Kopf gehen. Es fühlte sich erholsam an. Man könnte es als ein intenstives “Reinspüren” in seinen eigenen Körper bezeichnen, dem man im Alltag viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. 1,5 Stunden nur für mich. Wann gönnt man sich diese Zeit schonmal?

Die Übungen zielten darauf ab, dass man seine einzelnen Muskelpartien bewusst ansteuern kann. Ein bewusstes An- sowie Abspannen wird einem ermöglicht. Nun dämmerte es mir auch langsam, warum Yoga das Reiten fördert. Ganz klar, wer Kontrolle über seine einzelnen Muskelgruppen hat, kann seinem Pferd viel präzisere Hilfen geben. Für mich definitiv Gold wert! Ich habe oft das Problem, dass ich immer nur komplett An- oder Abspannen kann. Nur einzelne Muskeln zu nutzen fällt mir durchaus schwer. Die Yogastunde war für mich also eine Mischung aus Anspannung und Entspannung. Anstrengend und erholsam zugleich.

Erste Feststellungen kurz nach der Yogastunde  

Direkt nachdem wir das Yogazentrum verlassen haben, konnte ich einige Veränderungen bemerken. Meine Schultern waren das erste Mal seit Langem entspannt und hingen herunter. Vielleicht klingt es für den ein oder anderen komisch, aber ich hatte das Gefühl, das meine Gedanken viel freier sind. Auch kurz nach der Yogastunde blieb das ewige Gedankenkreisen, um die vielen wichtigen Dinge des Lebens, aus. Mir war klar, dass es wieder kommen würde, aber ich genoss die Pause.

So entschieden Franzi und ich den Tag weiterhin entspannt fortzusetzen und gönnten uns ein ausgiebieges Frühstück beim nächstgelegenen Bäcker. Denn noch ein weiteres Gefühl stellte sich ein. Hunger! Also auf irgendeine Art und Weise war es dann auch Sport und so genossen wir das zweite Frühstück. Nach einiger Zeit konnte ich dazu noch feststellen, das ich tiefer Ein- und Ausatmen konnte. Im Alltag verfällt man doch oft in einen eher flachen Atemrhythmus. Zu guter Letzt ließ auch das beginnende Gefühl von Muskelkater nicht lange auf sich warten.

Das erste mal Reiten nach der Stunde

Unsere Yogastunde startete um 10 Uhr und ging bis 11:30 Uhr. Um ca. 15 Uhr saß ich noch am selben Tag auf meinem Pferd. Super neugierig, ob ich vielleicht eine Veränderung bemerken würde. Unsere Reitstunde wurde zu einem wahren Erfolg!

Ich konnte viel besser in mich Hineinhören, meine Muskeln einzelnd besser ansteuern und entscheiden ob ich diese An- oder Abspannen möchte. Für mich enorm hilfreich. Meistens spanne ich beim Reiten zu viele Muskeln auf einmal an und leider nicht wieder ab. Ich hänge mich also gerne in meinen Paraden auf. Das führt dann dazu, dass auch Jimber sich aufhängt. Was bedeutet, dass er nicht mehr taktrein läuft, sondern in der Bewegung anfängt zu stocken. Tja und wie wir ja alle wissen, führt Druck bekanntlich zu Gegendruck. Dieses Mal zum Glück nicht. Auch gelang es mir, meine Hilfen schnell und punktuell zu geben. Anstatt lange am Zügel zu ziehen, nur schnell mit dem Finger zu zucken um dann und wieder vorzugeben. Das gelang mir ebenfalls mit allen anderen Hilfen. Egal ob Kreuz, Oberschenkel, Unterschenkel oder Oberkörper. Da Jimber eher ein träges Pferd mit wenig Eigenspannung ist, helfen ihm diese schnellen Hilfen in eine positive Körperspannung zu kommen.

Später im Trab und Galopp wurden wir schon zu einer schwingenden Einheit. Ich konnte viel besser durch meinen Absatz durchfedern und habe nicht immer das Knie hoch gezogen. Links klappte es noch besser als rechts, aber man kann seine Schwächen natürlich auch nicht von heute auf morgen weg zaubern.

Alles in allem war es für mich ein perfektes Training. Ich konnte optimal Einwirken und mein Pferd unterstützen. Darauf kommt es für mich an. Am Tag danach, beflügelt durch meine erfolgreiche Trainingsstunde, ließ sich der Muskelkater gleich viel leichter nehmen. Deutlich bemerkbar machte sich dieser am hinteren Oberschenkel. Die Rückseiten meiner Beine sind etwas verkürzt. Deshalb sind diese Übungen umso wichtiger, um Blockaden zu lösen und alles zu dehnen. Dazu gesellte sich ein leichtes Stechen in der Bauchdecke und an den hinteren Oberarmen. So merkte man wenigstens, dass man etwas getan hat.

Mein Fazit

Es wird definitiv nicht die letzte Yoga Stunde gewesen sein!

Yoga besteht nicht nur, wie ich zuerst angenommen hatte, aus komischen Verrenkungen und esoterischem Geschwafel. Ganz im Gegenteil!

Mit Yoga bringt man seinen Geist und Körper wieder in den Einklang. Dabei muss man sich nicht wie wild verrenken. Es reicht wenn man die Übungen im Rahmen seiner eigenen körperlichen Möglichkeiten ausführt. Man wird dadurch beweglicher und kann denn Alltagsstress besser wegstecken.

Mich hat am Yoga wirklich fasziniert, dass es auf eine Art und Weise anstrengt und entspannt zugleich. Meine Verspannungen lockern sich. Es ist für mich wahre Qualitätszeit, die ich mir viel zu selten gönne. Auch im Alltag versuche ich nun immer mal wieder daran zu denken tief einzuatmen. Oft löst das einen Teil der stressigen Situation bereits auf.

Am Yoga reizt mich besonders, dass ich mich körperlich und geistig weiterentwickeln kann. Ich erreiche dadurch mehr Kontrolle über meinen Körper und das wiederum wirkt sich enorm positiv auf meinen Reitsport aus. Man hört öfters in sich hinein und trifft einige Entscheidungen bewusster. Der Blick nach innen verhilft einen schnell wieder die Balance zu finden, wenn man diese kurzzeitig mal verloren hat. Nach der Meditation in der Yogastunde fühle ich mich wie regeneriert.

Wie ich bereits oben geschrieben habe, werde ich nun regelmäßig an Yogastunden teilnehmen. Ersteinmal habe ich einen weiteren 8er Kurs im Yogazentrum Buxtehude gebucht. Für alle, bei denen nun auch das Interesse geweckt ist, oft übernehmen sogar die Krankenkassen 1-2 Kurse im Jahr. Ihr solltet einfach bei eurer Krankenkasse oder auch im Yogazentrum nachfragen.

Neben den wöchentlichen Yogastunden habe ich noch einen weiteren Kurs gebucht. YOGA FÜR REITER- /INNEN MIT MICAELA WERNDL. Dieser fand im Juni ebenfalls in Buxtehude statt.

Titelbild und Beitragsbilder von Jessy Brüning