Saisonabschluss 2019

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Der Plan

Am Wochenende 24. – 25.08.2019 hatten wir unseren Saisonabschluss. Am Samstag sind wir eine A** und eine L Dressur in Sieversen geritten und am Sonntag ging es nach Engelschoff. Geplant waren dort DRA, A und DRL. Allerdings entschied ich schon vorher die Startbereitschaft nur für die A und die L zu erklären. Bei der Hitze und zwei Tagen hintereinander Turnier, wären drei Prüfungen einfach zu viel gewesen.

Turnier in Sieversen

Am Samstag hatte ich das Glück, dass uns Franzi nach Sieversen begleiten konnte. Ist zu zweit ja doch immer etwas einfacher. Auf dem Abreiteplatz konnte ich die Tipps meines Trainers gut umsetzten und Jimber kam ordentlich in Wallung, trotz etwas tiefen Bodens in der einen Ecke.

Die A Dressur

Die A** war als erstes dran. Leider versäumte man es, mich und meine Mitreiterin, in das Vorbereitungsviereck zu lassen. So ritten wir also direkt ins Viereck. Jimber und ich waren vorne. Trotz enormer Spannung bekam ich den Dicken ganz gut durch die Prüfung. Einmal sprang er mir zur Seite und in die Ecken wollte er auch nicht so gerne. Aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden. Ein paar Fehler gingen dann noch auf meine Kappe. Die Viertellinie bin ich nicht vernünftig geritten und den Wechsel vom Galopp in den Schritt habe ich auch versemmelt. Ansonsten lief es ganz solide. Am Ende gab es eine 6,2 und den 19 Platz von 30 Startern. Darauf kann man aufbauen, besonders wenn wir irgendwann etwas gelassener in die schwierigeren Prüfungen reiten.

Die L Dressur

Für die L im Anschluss, habe ich den Dicken leider etwas zu früh vom Anhänger geholt. Dazu kam dann noch ein Zeitverzug von ca 30 Minuten. So war Jimber schon sehr matt, als wir in die Prüfung ritten. Er hätte es wahrscheinlich trotzdem ganz gut gemacht, aber ich war nicht ganz bei der Sache. Die Starterin vor mir war ausgefallen und als ich dann schon im Viereck war, kam Sie dann doch noch und ich musste wieder raus. Nicht so cool für meine Konzentration und vor allem für die Nervösität. In den L Dressuren kann ich einfach noch nicht so locker reiten wie ich es gerne würde.

So kam es dann auch, wie es kommen musste. Bei der Schritttour hatte ich leider einen kleines Blackout. Ich wusste nicht mehr wo es lang ging. Geritten bin ich dann die Schritttour der A Dressur und wusste schon, dass es gleich klingeln würde. Die Richter wiesen mich nett darauf hin, dass ich jetzt durch die halbe Bahn wechseln müsse. Zack da war der Plan im Kopf auch schon wieder da und ich wusste wieder wie die Aufgabe weiter geht.

Danach war die Konzentration so gänzlich dahin. Aber nicht weiter schlimm, ich machte eine Trainingsrunde draus. So was passiert halt, besonders, wenn man sich an die für einen schwereren Aufgaben wagt. Jimbi konnte nichts dafür und so fuhren wir trotzdem zufrieden Heim. Endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, dass ich unsere Schwierigkeiten des Jahres in den Griff bekomme. Und wir so einen Weg gefunden haben, wieder aktiv an uns zu arbeiten um besser zu werden.

Das ich mich damit aber getäuscht hatte, zeigte der nächste Tag und das nächste Turnier in Engelschoff.

Turnier in Engelschoff

Leider hatte ich für den Sonntag keine Turnierbegleitung, weshalb Jimber und ich alleine fuhren. An sich kein Problem, ich plane dann immer etwas mehr Zeit ein. Da ich so ja alles alleine managen muss ist das notwendig, aber meisten klappt das sehr gut.

Vor Ort angekommen, ging es zeitnah auch schon in Richtung Abreiteplatz. leider war Jimber nicht so gut drauf wie am Vortag. Er lies kaum locker im Rücken und der hügelige Rasenplatz half mir dabei leider auch nicht weiter. Als wir an der Reihe waren, stellte sich heraus, dass wir als zweites Paar ritten. Darüber war ich ganz froh, denn Jimber läuft in fremden Reithallen (zumindest auf dem Turnier) noch wesentlich schlechter als auf Aussenplätzen. Er springt dann ständig zur Seite und lässt sich kaum aussen herum manövrieren. Als hinterer Reiter hatte ich die Hoffnung, dass er sich vielleicht einfach vom vorderen Pferd mitziehen lassen würde.

Bild von Gesa Fidrich

Ein bisschen Western

Na die Rechnung hatte ich schon wieder ohne meinen Prinzen gemacht. Der Dicke, war in der Halle angekommen, doch sehr aufgeregt. Ich hatte allerdings beim Aufwärmen das Ruder noch in der Hand. Das hielt bis kurz vor X, als wir aufmarschieren sollten. Jimber nahm seinen Kopf hoch und starrte die Zuschauer und Richter an, während er einen Fullstop durchführte. Leider war ein Sliding Stop kein Bestandteil der Aufgabe. Und wir waren leider auch noch nicht bei X angekommen. Super Start!

Fahren ohne Servolenkung

Nach dem Grüßen ging es gleich so weiter. Der Herr wollte auf keinen Fall in Richtung der Tribühne laufen. Als ich Ihn etwas in diese Richtung lenken konnte, entschied er sich spontan doch lieber nach links abbiegen zu wollen, anstatt rechts herrum, so wie die Aufgabe es vorsah. Ich hatte alle Mühe meine Richtungsempfehlungen durch zu setzten. Danach folgten ca 3-4 tolle Tritte mit wirklich viel Ausdruck. Bis es dann in die Volte ging, die ja zu 50% wieder in Richtung Tribühne gerichtet war. Wurde also eher ein Osterei. Das Programm zog sich so durch die Prüfung. Ich hatte alle Hände voll zu tun den Herrn in der Spur zu halten, denn auch an der Eingangstür zur Halle wollte er nicht vorbei. Froh darüber hinten geritten zu sein und meine Mitreiterin in Ihrer Prüfung nicht gestört zu haben, verzichtete ich natürlich am Ende.

Dirket nach der Prüfung hatten wir dann noch eine Kontrolle beim Tierarzt. Die fragten sich wahrscheinlich auch was mein Pferd gestochen hatte. Soweit war aber alles schick. Es ging zurück zum Anhänger. Ich will euch nichts vormachen. Ich war wirklich entnervt. Hatte ich den Tag zuvor doch noch das Gefühl einen Weg mit Jimber gefunden zu haben, so hatte er in der Halle alles gegeben, um mir zu zeigen, dass ich wieder einmal auf dem Holzweg war.

,Zu allem Überfluss entdeckte ich noch eine Scheuerstelle an Jimbers Wange. Die musste durch die Gebiss/Trensen Kombination entstanden sein. Und natürlich auch durch seine wilden Moves. Allerdings war das noch ein zusätzlicher Punkt, der meine Stimmung runter zog. Wer uns kennt weiß, dass das nicht unsere erste Trense war die wir ausprobierten. Anscheinend wieder ein Satz mit X. Aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Bild von Gesa Fidrich

Alles hat ein Ende

Frustrierend für mich war gar nicht, dass wir keine Schleifen abbekamen, viel mehr wurmt es mich enorm, wenn ich einfach nicht weiß was ich machen soll. An Fleiß mangelt es mir nicht und ich habe, wie ich finde, auch ein enormes Durchhaltevermögen. Meiner Erfahrung nach würde nicht jeder 11 Turniere mit bis zu 4 Prüfungen an einem Wochenende innerhalb eines Jahres abklappern, wenn derjenige wüsste, dass es nicht läuft. Ich habe halt immer gehofft, dass die Routine uns vielleicht den entscheidenen Schritt vorran bringen würde. Auch darin hatte ich mich geirrt.

Also stiefelte ich mit meinem Pummeleinhorn zurück zum Gespann um Ihn zu versorgen und zu verladen. Für mich stand fest, dass ich die L definitiv nicht mehr reiten werde. Wozu auch. Ich war föllig k.o. durch den kleinen Rodeoritt und eine Verbesserung der Situation war nicht abzusehen. Beim Verladen bekam ich dann zum Glück Hilfe von unseren Stallbesitzern. Jimber hatte auf der Wiese Kutschen entdeckt und war dadurch wieder etwas ausser rand und band.

Fazit

Kein wirklich schöner Saisonabschluss, aber das ist die ungeschönte Wahrheit. Ich würde sagen 50% gehen auf meine Kappe und 50% hat Jimber zu verbuchen. Da sind wir jetzt wohl quitt. Wahrlich frustrierend und ich brauchte auch ein paar Tage und ein bisschen Abstand, um mich wieder zu sortieren und neue Pläne zu schmieden. Wie wir unsere Pause gestaltet haben, welche Pläne wir geschmiedet haben und ob wir vielleicht schon eine Lösung im Training gefunden haben, erfahrt Ihr in den nächsten Beiträgen.

Titelbild und Beitragsbilder sind alle auf dem Turnier in Bargstedt entstanden.

Titel und Beitragsbilder von Jessy Brüning wenn nicht anders makiert.