Turnierbericht Bederkesa-Ankelohe 2019

Nun ich schulde euch noch einen Bericht zu unserem Turnier in Bederkesa-Ankelohe. Besser spät als nie.

Reitverein Frei-Weg Bederkesa-Meckelstedt

Am 10. – 11.08 ging es für uns in Richtung Cuxhaven um in Bederkesa auf dem Turnier zu starten. Genannt waren Samstag eine Dressurreiter A und eine L* Dressur und am Sonntag eine A** Dressur und eine Dressurreiter L. Wir waren 2018 bereits auf diesem Turnier. Da es mir ganz gut gefallen hatte und das Angebot an Prüfungen auch dieses Mal wieder für uns passte, habe ich auch in diesem Jahr wieder genannt. Zudem hat der Verein in diesem Jahr 100 jähriges Jubiläum. Alles wurde noch schöner herausgeputzt und es wurden ein paar Sonderwertungen (beste Punktzahl aus 2 Prüfungen mit gesonderten einem Ehrenpreis) angeboten.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls ausreichend gesorgt. Es gab eine große Auswahl an Essensständen. Das ist ja fast schon das Wichtigste für mich. Liebe geht halt doch durch den Magen. Spätestens beim Waffelstand war ich dann überzeugt. Franzi und ich lieben die Waffelstände, welche hin und wieder auf den verschiedenen Pferdeveranstaltungen angeboten werden. Habt Ihr ein Lieblingsessen wenn Ihr zum Turnier fahrt?

Der Stand der Dinge

Kommen wir zum eigentlichen Thema, meinen Prüfungen. Weiterhin ist und bleibt die Saison 2019 schwierig mit Jimber. Irgendwie ist und bleibt der Wurm für dieses Jahr wohl drin. Jimber läuft auf den Abreiteplätzen meist sehr gut. Hier komme ich immer wieder gut zum Sitzen und kann Ihn schon leicht versammeln. Leider schaut das Ganze in der Prüfung anders aus. Sobald es ins Viereck geht, ist der Dicke wirklich wie ein scheues Reh. Er springt vor jedem Blumentopf oder Richterhäusen zur Seite. Meistens wirke ich dann zu passiv ein und versuche es weiterhin „schön“ aussehen zu lassen. Das ist natürlich ein Versuch auf bereits verlorenem Posten. Wer nicht mal außen herum kommt, brauch sich um „schick“ keine Gedanken zu machen. Auch die Routine konnte uns da bis jetzt noch nicht richtig voran bringen. Obwohl wir regelmäßig zu Turnieren fahren, ist und bleibt der Dicke im Viereck aufgeregt. Letztes Jahr war das nie ein Problem. Woran es jetzt genau liegt haben wir noch nicht herraus gefunden.

Ein Schritt vor und zwei zurück?

Natürlich teste ich fleißig verschiedene Herangehensweisen. Einige waren davon auch hilfreich und ich denke, dass wir nächstes Jahr bestimmt wieder Durchstarten werden. Nichts desto trotz, ist es natürlich durchaus frustrierend, die gewünschte Leistung einfach nicht ins Viereck bringen zu können. Denn Jimber und ich haben uns auch in diesem Jahr weiter entwickelt.

Was ist bisher also besser geworden?

Ich kann Jimber schon ein kleines bisschen mehr versammeln. Er nimmt immer mehr Last mit der Hinterhand auf. Ich reite vermehrt mit dem Kreuz und weniger mit der Hand. Ich dachte natürlich vorher auch immer, dass ich schon sehr unabhängig von meiner Hand sitze. Allerdings wurde ich durch intensives Training und verschiedene Pferde, welche ich reiten durfte, eines besseren belehrt. So konnte ich aktiv an einer Verbesserung arbeiten. Nach und nach wurden auch unsere Verstärkungen deutlicher und am Punkt. Jimber zündet jetzt richtig, so dass man deutlich eine Steigerung zum Vorjahr erkennen kann. Natürlich sind auch diese noch in der Aufrichtung zu steigern, aber der richtige Weg ist erkennbar.

Nun sollen aber endlich die ungeschönten Ergebnisse aus den Prüfungen folgen. 4 Prüfungen waren genannt und wie wir diese so bewältigt haben, erfahrt Ihr hier: 

Samstag:

3. Dressurreiterprüfung Kl. A

Note 7,2 Platz 3 in der 2. Abteilung von 41 Startern

An diesem Wochenende eine unserer besten Leistungen. Oder soll ich vielleicht lieber, eine unserer besten Noten, sagen? Denn auch hier hatte ich kein schönes Reitgefühl. Meinen eigenen Ritt hätte ich vom Gefühl her, eher bei einer 6,1 eingeschätzt. Natürlich war ich sehr glücklich, dass wir dieses Mal vorne mit dabei waren. In diesem Jahr haben wir in Dressurreiterprüfungen die größten Changen gehabt. Wenn Jimber wieder sein eigenes Progamm durchgezogen hat, dann konnte ich mit dem richtigen Einwirken trotzdem noch punkten. Ich denke genau das hat uns auch in dieser Prüfung eine Platzierung ermöglicht.

Jimber kam mir während der Prüfung leider immer wieder zu tief. Dafür konnten wir den Schritt schön zweigen und der Dicke reagierte weitestgehend gut auf meine Hilfen. Im Mitteltrab zündete er am Punkt, leider mit einem kleinen Galoppsprung zu Beginn. Danach nahm ich etwas Druck raus und es ging flüssig weiter. Wir ritten an zweiter Position und so fehlte mir manchmal etwas der Abstand zum Vorderpferd. Zum Ende hin wurde Jimber dadurch etwas heiß im Galopp.

Kommentar der Richter: Reiterin mit aufgerichtetem Oberkörper, die die Verstärkungen noch gefühlvoller einleiten muss. Dehnung muss mehr zugelassen werden.

6. Dressurprüfung Kl. L* Trense

Note 5,0 nach 0,2 Abzug wegen verreiten Platz 20 von 22 Startern

Wie man dem Ergebniss schon entnehmen kann, steigerte sich die Kathastrophe exponentiell.

Wir waren das erste Paar in der Prüfung und ich wesentlich Aufgeregter als noch in der A-Dressur. Es klinglte und ich wählte eine etwas ungünstige Linie zum umdrehen, um dann in die Prüfung zu starten. So landete ich nach dem Abwenden auf die Mittellinie, ein Stückweit neben der Ideallinie. Ansonsten kamen wir aber auf gradem Weg bei X zum halten. Meine Anspannung wirkte sich natürlich auch auf Jimber aus. So konnte er nicht richtig los lassen. Er guckte vermehrt an der langen Seite und bei den Richtern. Die erste Volte wurde so zu einem kleinen Osterei. Sobald Jimber glotzt, neige ich immer noch dazu mich zu verspannen. Dann bekomme ich Ihn leider meist nicht dahin, wo wir eigentlich hin wollen. Kurzkehrt gelang uns ganz gut. Die Trabverstärkung war auch zu erkennen, wenn auch etwas zu spanning und eng im Genick. Beim Halten dachte der Dicke es geht wieder ins Kurzkehrt und machte leider ein paar seitwärts Tritte. Im Rückwärtsrichten zeigten wir auch keine Glanzleistung. Eher schleifend und vorne wieder im Genick eng werdend. Der Schritt war leider nicht so schön schreitend wie wir Ihn sonst zeigen können. Die Galopptour war soweit gut, bis auf einen einfachen Wechsel, der war leider auslaufend. Alles in allem kann man sagen das uns noch die Routine fehlt, aber wir die Lektionen durch aus schon zeigen können.

Kommentar der Richter: Gehorsames Pferd, heute insgesamt noch wenig Lastaufnahme und ein tiefes Genick.

Sonntag:

4. Dressurprüfung Kl.A**

Note 5,8 Platz 24 von 25 Startern

Das war dann wohl ein Satz mit X. Denn das war leider mal gar nichts. Schon morgens beim Einflechten merkte ich, dass Jimber nicht gut drauf war. Vielleicht höre ich das nächste Mal auch auf mein Bauchgefühl und fahre gar nicht erst los. In der A Dressur waren wir wieder 2 Paar. Schon auf dem Abreiteplatz bekam ich Jimber nur Phasenweise ans Kreuz. In der Prüfung gelang es mir dann so gut wie gar nicht. Er war einfach nicht durchlässig, machte sich in der Rippe und im Rücken fest und verkroch sich wieder hinter der Senkrechten. Jimber war eine Mischung aus föllig verspannt und gestresst, aber auch auf eine Art und Weise antriebslos. Nach der Prüfung bemerkte ich, dass er sehr sensibel am Bauch reagierte. Vielleicht ein Anzeichen, dass er sich an diesem Tag einfach nicht wohl fühlte. Wir haben zuammengefasst in dieser Prüfung leider nichts von unserem bisher erlernten zeigen können. Somit ein Ritt zum streichen. Der nächste wird bestimmt wieder besser.

Kommentar der Richter: Eine bemühte Reiterin. Die Vorstellung heute oft in enger und tiefer Anlehnung. Reiter muss sich um vorfedernde Handeinwirkung bemühen. Übergänge besser vorbereiten.

5. Dressurreiterprüfung Kl. L*

Nicht angetreten. Zu dieser Prüfung kann ich also wahrlich wenig berichten. Bereits als ich aus der A** herraus ritt, hatte ich kein gutes Gefühl. Nicht nur das wir die Prüfung mal so ordentlich verbockt hatten, sondern auch das Jimber einfach nicht gut drauf wahr. Irgendwie eine Mischung aus hochsensibel und matt in den Bewegungen. Dazu kam dann noch seine enorme Schreckhaftigkeit, die deutlich ausgeprägter war als den Tag zuvor.

Als mich dann meine liebe Freundin Gesa ansah und als Erstes nach meinem Ritt mir die Frage stellte: ” Willst du die L wirklich noch reiten?” wusste ich, dass mich mein Gefühl nicht täuschte. Auch Sie war fest davon überzeugt, dass Jimber nicht ganz da war und das irgendetwas nicht stimmte. So ging es dirket zum Anhänger. Wir versorgten den Dicken mit Wasser und Futter und fuhren heim.

Für mich ist wichtig, dass ich meinen Sport nicht auf Kosten meines Pferdes betreibe. Unsere Trainingspartner sind schließlich Lebewesen und deshalb gilt bei uns immer die Einstellung pro Pferd!

Zu Hause angekommen, habe ich sogar nochmal Fieber gemessen, da ich mir unsicher war, ob hinter seinem Verhalten nicht mehr steckt. Fieber hatte Jimber zu Glück keines, aber träge wirkt er jetzt, 3 Tage nach dem Turnier, immer noch. Daher war die Entscheidung für mich genau dir Richtige!

Fazit:

Es läuft. Aktuell noch rückwärts und bergab, aber wir versuchen trotzdem nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Ehrlicher Weise muss ich sagen, es schreibt sich natürlich leichter, wenn man über diverse Erfolgserlebnisse berichten kann. Ich denke jedoch, dass genau diese Art von Bericht auch einfach zum Reitsport gehört, da gibt es Momente oder sogar ganze Jahre, in denen es einfach nicht rund läuft.

Meistens ist das eine anstrengende und nervenaufreibende Zeit, aber auch daraus kann man wachsen. Ich habe das Glück, tolle Menschen an meiner Seite zu haben, die mich unterstützen. Wenn ich mich mal nicht mehr von selbst motivieren kann, sprechen mir diese Menschen neuen Mut zu und lassen mich die schönen Momente wieder sehen.

Meine Highlights

Meine Highlights auf diesem Turnier waren, dass wir schon eine viel bessere Verstärkung zeigen konnten. Wir hatten eine tolle Zeit, haben gut gegessen, nette Gespräche geführt und wieder ein paar Freunde getroffen. Und wenn ich mich beim Schreiben dieses Beitrages grade zurück erinnere, muss ich ein wenig lächeln. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Von links nach rechts: Liv Dammann mit Jimber, Phyllis Loheide mit Novalee

So bleiben wir weiterhin dran, freuen uns auf die nächsten Trainingseinheiten und Träumen von dem Moment, wenn sich die ganze Mühe irgendwann auszahlt.

Wie haltet Ihr euch in schwierigen Zeiten motiviert?

Titel- und Beitragsbilder von Jannika, Missi und Gesa